Triumph Spitfire: Mein erstes Cabrio!

Ich war noch ein kleiner Junge, als mir der Triumph Spitfire das erste Mal im Leben auffiel. Ehrlich gesagt hielt ich ihn für einen Alfa Spider, bis mein Vater und mein Opa neben mir lachten. Wir saßen in einem mediterranen Straßencafé irgendwo in der Nähe des Drachenfelsen, das vermutlich heute immer noch so aussieht wie damals in den frühen 70ern und vor uns parkte eine Frau mit diesem Spitfire ein.

Eine dieser Frauen, die dabei eines dieser Kopftücher trugen, die so gedreht wurden, dass die Haare sichtbar blieben, aber beim Fahren aus dem Gesicht waren. Ich mochte das damals sehr und vielleicht war es sogar genau dieser Tag mit diesem leicht stichigen Sommer und dieser unglaublich unbeschwert wirkenden Frau, der später in mir diesen Stachel des Offenfahrens setzen sollte.

Der Triumph Spitfire jedenfalls sollte ein Teil davon sein – denn der bliebt mir über die Jahre meiner Kindheit im Kopf – auch noch, als der Führerschein zum Greifen nah war. Da gab es bei uns um die Ecke mal einen Spitfire zu kaufen, zwei große Querstraßen weiter. Bei unserer Wohnlage stand nicht in Frage, ob ich mit 18 ein Auto haben würde – meine Eltern hatten es schlicht satt, mich ständig irgendwo hin zu fahren. Die Frage war also eher: Wie weit durfte man als 17jähriger gehen….?

Ford TaunusIch überredete meinen Vater, sich den Wagen doch zumindest einmal anzusehen. Und mein Opa, der Jahre zuvor mit uns in diesen mediterranen Café am Rhein gesessen hatte, zockelte mit – das war wohl ein knappes Jahr, bevor er von uns ging. Da war er noch vollkommen fit und fuhr noch einen Ford Taunus 2,3. Ich war bereits für den Führerschein angemeldet, ich wusste, dass alle Köstlichkeiten der Tropen zum Greifen nah sein würden – und dieser Spitfire sollte gerade mal 4.000 Mark kosten. Gut – der war uralt – aber was bekam man denn spannendes für 4.000 Mark. Meine Eltern würden es fertig bringen und für einen Ford Fiesta votieren – oder noch schlimmer: Für einen Polo mit 40PS… NEIIIIN!

Das galt es um alles in der Welt zu vermeiden – es sollte ein cooles Auto werden!

Auch ohne eingehende Ahnung von der Materie war ich nach 20 Minuten Besichtigung tatsächlich erstaunlicher Weise davon überzeugt, dass mein Vater und mein Opa mir nicht aus irgendwelcher Boshaftigkeit oder Besserwissenheit des Alters den Spitfire verweigerten. Wahrscheinlich hätte sogar mein Opa den irgendwie cool gefunden – der Wagen war einfach runter. Und mein Opa erkannte, dass wir zu allem Überfluss nicht das rechte Werkzeug für ein britisches Auto hatten. Und ja: Irgendwie hatte er ja recht.

Wenige Monate später hatte ich die nächste Chance: Ein Spitfire 1500 – ein deutlich neueres Modell, etwa ebenso teuer und in vielen Punkten einfacher zu handhaben, beispielsweise bezüglich notwendiger Werkzeuge.

doch, der ist klapprig irgendwie

Mein Vater macht mit mir die Probefahrt – und an die Unfassbare Nähe zur Straße werde ich mich mein Leben lang ebenso erinnern, wie an die unfassbare Offenheit des Fahrzeuges. Du Sitzt praktisch gar nicht wirklich in einem Auto, sondern irgendwo um dich herum ist wohl Blech, aber das vergisst Du fast. Klar auch: Die Klapprigkeit des Wagens ist selbst in einem guten Zustand unfassbar. So ein Spitfire war konstruktiv so simpel wie eine Seifenkiste, Kurbelfenster galten bei solchen Wagen als Luxus – uund die Verwindungssteifigkeit war so wie sie war – für meinen Vater einfach nicht nachvollziehbar, das man so ein klappriges Auto haben wollte – und erst recht nicht, dass er es bezahlen sollte….

Einen Monat vor meinen Geburtstag spitzt sich die Situation ein wenig zu, als meine Eltern mit mir einen Polo (!!) besichtigen wollen. Irgendwo hört der Spaß doch wohl auf, oder? Wir einigen uns auf einen hässlichen Mittelweg: Meine Schwester ist noch 3 Monate im Ausland, solange kann ich ihren Kadett fahren. Hm… Grmmppff

Ich will einen Spitfire. Briten waren einfach immer konsequent, nie weichgespült, wie großartige Fahrzeuge wie der Landrover beweisen. Der Spitfire soll es sein.

Ich feiere meinen 18., bekomme meinen Führerschein. 4 Woche danach kommt mein Opa ins Krankenhaus, 3 Tage später ist er tot. Oma besteht darauf, dass ich den Ford Taunus erbe. Ich frage mich einige Wochen, ob man wohl das Dach absägen kann…

Mazda MX5 von 2011

Immer noch Yeah – MX5 aktuell

Mit dem Studium ändern sich meine Prioritäten ein wenig. Der Taunus ist alt aber bezahlt – und gilt in Uni-Städten als cooler Youngtimer, den ich mit seinem V6 sehr genieße, der ist cool und er bleibt einige Zeit bei mir. Als ich mir schließlich den Spitfire als zweiten Wagen erlauben kann, gibt es kaum noch welche. Und irgendwie finde ich gar nicht so gut, dass der zustand meist klapprig ist. Es dauert ein ganzes Jahr, bis ich den perfekten Spitfire gefunden habe. Es ist eines dieser seltenen Modelle, das Mazda produziert hat. Sie nennen den Spitfire MX5.