Leider leider ist es mit den kleinen Cabrios so eine Sache: Sie sterben zurzeit – gerade zum Ende des Jahres haben uns wieder viele verlassen 🙁

Ähnlich wie bei kleinen Allradern sind die Kunden hier angeblich nicht mehr bereit, den Aufpreis zu bezahlen. Wir wagen das zu bezweifeln und glauben vielmehr, dass das Anbieten von Cabrios der nächsten Größe nicht im klassischen Sinne wirtschaftlicher ist – es spült einfach in absoluten Summen mehr Geld in die Kassen…

Aber was ist in der kleinen Klasse geblieben? 3 Prominente Vertreter der Cabrio-Fälscher geben ihr bestes – aber ist das genug?

Fiat 500 C

Eigentlich war der Fiat 500 als Cabrio angekündigt gewesen – es gab sogar einen Prototypen. Dann kam der Fiat 500C mit dem etwas schüchterneren Namen und die Leute liebten ihn dennoch irgendwie.

fiat-500-cabrioDer Fiat 500C ist klein, ist knackig, ist aber pseudogünstig – der Aufpreis für das elektrische Faltdach beträgt erschreckende 2500€ – das st eigentlich schon eine Frechheit – für einen solchen Aufpreis sollte man in der Klasse mehr erwarten können – und das Argument, die Leute wollen den Aufpreis für das Cabrio nicht bezahlen, dürfte damit auch hinfällig sein…

Das Faltdach des Fiat 500 reicht wirklich weit hinunter und lässt eine Menge Frischluft herein, ist darüber hinaus einigermaßen schnell wieder zu schließen, wenn doch mal ein unerwarteter Regen im Anmarsch ist, das hat schon was.

Stellt sich Cabrio-Feeling ein? Ja, schon ein wenig – allerdings primär dadurch, dass der Wagen einfach so klein ist, dass die Frischluft doch einen hohen Anteil erreicht. Dennoch ist man sehr vom Auto umgeben, es bleibt schuldlos, synthetisch, wenn auch wohl am nächsten dran an dem, was man mit einem – wenn man so will – Landaulet erreichen kann.

Opel Adam Rocks

Den Opel Adam Rocks findet man oft als „Cabrio“ bei Mobile eingestellt, wenn man diese Kategorie angewählt hat. Die Bilder sind denn auch oftmals vielversprechend und der Opel Adam Rocks scheint irgendwie eine gute Figur zu machen, wenn er offen ist – neuerdings bietet Opel den Adam sogar ohne die Rocks-Anbauten mit dem großen offenen Dach an und nennt das dann gar „Open Air“.

Opel ADAM ROCKS Concept
Adam Rocks: Wirkt fotografiert offener als im echten Leben – am Ende ist das kein Cabrio

Der Opel Adam fährt sich wirklich knackig – und das schon ab 87PS. Die Versionen mit 115PS sind schier obszön gut motorisiert und werden nur vom ESP an schlimmen Durchdreh- und Durchrutsch-Orgien gehindert. Und das, obwohl der Opel Adam eigentlich auf einer Plattform baut, die eine Nummer zu groß ist – dennoch: Er ist ein cooles Fun Car.

Stellt sich Cabrio-Feeling ein? Ehrlich gesagt: Nein – und da spielt es keine Rolle, ob man den Rocks oder den Open Air versprechenden neueren Ausstattungsbruder heranzieht. Der Opel Adam ist ein Auto mit einem großen Schiebedach, aber wenig Frischluftflair – hier lügt die Werbung einfach.

Citroen C1 Airscape

Der Citroen C1 Airscape ist eines dieser unauffälligen Modelle, für das Citroen so gut wie keine relevante Werbung gemacht hat – den Wagen kennt kaum einer, dabei bietet er sogar die lustige und seltene Kombination, die keiner der beiden Kleinstcabrio-Wettbewerber bieten kann: Stoffdach und 4 Türen, was ja schon manchmal recht praktisch ist.

citroen-c1-airscape
Kann ein Cabrio nicht ersetzen: Citroen C1 mit dem eigenartigen Namen Airscape

Der Citroen C1 mit dem eigenartig militärisch anmutenden Namen „Airscape“ wird vom Hersteller nicht sinnlos häufig als Cabrio oder Alternative deklariert, wie das manch einer gerne tut. Es wäre verdienter als beim Opel Adam – aber eben auch nicht verdient.

Stellt sich Cabrio-Feeling ein? Mei… nicht mehr oder weniger als beim Fiat 500C. Der Citroen ist allerdings nicht so cool wie der Fiat, fährt sich dafür aber weit moderner. Die Strassenlage ist die eines modernen Kleinwagens, der Fahrspass halbwegs gegeben – aber alles in allem ist man eben zu eingebaut in den Wagen – das Gefühl der Freiheit vermittelt sich hier nun wirklich auch nicht.

Kleinst-Cabrios – und nu?

Irgendwie ist das alles nicht ganz das gelbe vom Ei und man wünscht sich die kleinen 207er Peugeots, den Daihatsu Copens und Wagen wie den Ford Streektka oder wenigstens den Renault Wind zurück – vor allem natürlich den Daihatsu Copen, der ein echtes Original in seinem Segment gesehen werden muss und bereits jetzt als erhaltenswert bei Youngtimer-Freunden eingestuft wird und einfach ein cooles Original war. Selbst ein Twingo Youngtimer mit Faltdach konnte mehr Offenheit als die heutigen Autos mit all ihren dicken Säulen und schräg gestellten Scheiben – das ist ein echter Irrweg.

Ein Cabrio in dieser Klasse unter 20.000€ ist somit zurzeit nicht mehr auf dem Markt – den Smart mal ausgenommen, wenn man den als Auto grundsätzlich mit all seinen Schrulligkeiten akzeptieren mag.

Also lieber gebraucht oder stark gebraucht 😉