Mercedes SLK
Der erste SLK besticht durch Klarheit in der Form
Bei Erscheinen des Mercedes SLK vom Typ R170 tauchten plötzlich langhaarige Start-Up Yuppies in den Verkaufsräumen von Mercedes Benz auf und legten 5stellige Summen auf den Tisch ohne einen einzigen Meter Probefahrt – Leute, die noch Wochen zuvor den Kauf eines Mercedes Benz aus vorgeschobenen intellektuellen Gründen vehement abgelehnt hätten.
Aber das Verhalten gibt Sinn: der Wagen ist wirklich eine absolute Sensation. Da ist natürlich einmal sein extrem cooles Dach, das auf Knopfdruck spektakulär im Kofferraum verschwindet. Hier ist kein Aussteigen erforderlich, kein Kampf mit einer fummeligen Persenning oder einen schlecht einzufädelndem Verdeck – ein Knopfdruck und der Spass kann beginnen. Zum Glück gilt das auch in die andere Richtung – fällt der erste Tropfen, sitzt der Fahrer des Mercedes SLK nach 15 Sekunden im Trockenen.
ausreichend gediegen
ausreichend gediegen

In einer solchen Perfektion konnte man das zu dieser Zeit nirgends am Markt bekommen.
Hinzu kommt ein mit Liebe zum Detail gestaltetes Cockpit mit Chromzierrat und der bemühten Detailverliebtheit, eine Epoche von Roadstern zu zitieren, die man in keinem vergleichbaren Wagen für diesen Preis findet.
Die Preise sind gebraucht stabil aber nicht eben exzentrisch – Exemplare mit passabler Laufleistung gibt es hier und da schon mal ab 7.000 Euro – echt gute kosten ab 10.000. Und: sie verlieren nicht eben viel an Wert. Es gibt auch welche um 4.000€, aber alle, die wir davon angeschaut haben, waren wirklich mängelbehaftet.
Wer sich nach einem umsieht, sollte seine Suche auf die 230er Modelle abstellen – diese haben eine gute Verbreitung und vernünftige Preise. Der sehr verbreitete 200er mit 136PS wirkt nur auf dem Papier ausreichend Motorisiert – Elastizität und Drehmoment passen nicht recht zum Konzept.
mercedes_benz_slk_cabrio_2Dafür macht sich die Automatik im Mercedes ebenso gut wie die am schönen kurzen Hebel geführte Handschaltung.
Ein Traum: das Fahrwerk des SLK – es vermittelt genau die Art Bodenkontakt, die wir seit dem Triumph Spitfire vermissen – aber mit Mercedes-typischer Perfektion und zeitgemäßer Interpretation.
Einziges Manko: In der ersten Serie bis 2000 sorgen de Sitze auf längerer Fahrt leicht für Rückenschmerzen, da sie den Fahrer zu einer etwas zu liegenden Haltung zwingen. Ansonsten ist der Mercedes SLK ein Auto zum Kaufen und Behalten.