Golf I Cabrio
Als das Erdbeerkörbchen erschien, war die Welt noch eine flache Scheibe – und dennoch sieht man ihn heute immer noch, sobald die ersten Sonnenstrahlen sich zeigen

Das erste Golf Cabrio basiert noch auf dem 74er Ur-Golf. Diese Kombination aus Klappdach, einfacher VW-Technologie, simpler Verlässlichkeit und einfacher äußerer Form, zeigte sich als so erfolgreich, dass der Golf gut anderthalb Jahrzehnte in Deutschland lief – in Südafrika kann man ihn bis heute neu kaufen – und auch, wer ihn hierzulande gebraucht erwirbt, ist keinesfalls schlecht angezogen mit seinem Cabrio.
Der Trend zum Golf I Cabrio ist ungebrochen. Halbwegs gescheite Exemplare mit einem Jahr Tüv und einem passablen Verdeck bekommt man hier und da schon für 2000 Euro – ohne Zweifel ein fairer Preis für offenes Fahren – ähnlich günstig sind nur Kadett E und Ford Escort als Cabrio, beide jedoch mit einem geringeren Sympathie-Bonus als der Golf I. Jedoch: Die Preise steigen in den letzten 2 Jahren schier abartig an.

Golf I Cabrio
Eine der Schwächen des Golf I – ob Cabrio oder nicht – ist der Knieraum hinten – der macht wirklich keinen Spaß

Meiden sollte man eigentlich nur die untermotorisierten Exemplare der frühen Phase – 75PS sind für diesen Wagen nicht direkt zu wenig, da das Gewicht lächerlich ist, 90 oder 98 hingegen sehr angemessen und kaum teurer im Unterhalt. ;D
Auf der Autobahn wird das Verdeck schon mal laut – macht aber nichts, denn die erste Golf-Generation ist aus heutigem Blickwinkel ohnehin nicht gerade ein Leisetreter.
Das simple, berechenbare und untersteuernde Fahrverhalten des Golf weckt heute Assoziationen an GO-Carts – simpel, ehrlich und direkt zieht der Golf seine Bahnen.
volkswagen_golf_1_cabrio_1Das Verdeck des Golf ist zwar vergleichsweise robust, dennoch gehört eine komplette Öffnung und Anschließendes Verschließen zu einer jeden Probefahrt im Golf dazu, denn mit den Jahren wird ein Verdeck traditionell nicht besser. Hinzu kommt: Diebe schneiden es gerne mal auf, um sich des Radios zu bemächtigen – und von anschließend geflickten Dächern sollte man in jedem Falle die Finger lassen, wenn man keinen Stress haben will.
Schlimm auch: nachträglich tiefergelegte Exemplare mit harte Sportfahrwerken – die Karosserie verkraftet die hohe Belastung nur sehr begrenzt.
Das duldet keine Experimente, da hier bei weitem noch nicht die Steifigkeit geboten war, wie man sie in den letzten 10 Jahren bei Cabrios erreicht hat.