Peugeot 205
War mal der Szene Liebling – damals hat sogar VW erwogen, den Polo zu öffnen, so gut verkaufte sich der 205er Youngtimer

Es ist schon kritisch irgendwie – aber ist Euch das auch aufgefallen, dass wieder ganz furchtbar viele Cabrios verschwunden sind – vor allem bei den kleineren Cabrios dominieren mittlerweile die Fake-Cabrios – und das scheint auf absehbare Zeit nicht besser zu werden.

Tatsächlich sind zum Ende des letzten Jahres wieder zig Cabrios, speziell aus französischer Produktion verschwunden – Peugeot hat gar kein Cabrio mehr im Programm – und die waren genau in dem Bereich eigentlich eher groß. Wer ein kleines gebrauchtes Cabrio sucht, kommt an 206, 207, 307 praktisch kaum vorbei.

Der war eigentlich auf seine Weise angenehm offen, sehr praktisch und bezahlbar - und genial in Parklücken
Der war eigentlich auf seine Weise angenehm offen, sehr praktisch und bezahlbar – und genial in Parklücken

Auch einst coole Cabrios wie der Ford Focus stehen ohne Nachfolger da – auch Renault war in dieser Klasse mal stark, nicht zu reden von den Zeiten, als Japaner noch Cabrios herstellten…

Oder die knackigen Kleinen wie den Tigra TwinTop, den Renault Wind…. Es gab da schon einige Gute – und nun scheint es nur noch den Fiat 500 und den Smart zu geben…

Woran liegt das?

Laut Marketing-Strategen sind die Kunden nicht mehr länger willens, in der kleinen Klasse so viel Aufpreis für ein Cabrio zu bezahlen. Erst ab der Golf Klasse scheint das akzeptabel zu sein – aber auch hier war ja das Angebot mal breiter. Ist das Cabrio auf dem absteigenden Ast?

Tatsächlich ist das der Fall. Seit 2008 haben sich die Cabrio-Zulassungen in Summe etwa halbiert – wobei hier tatsächlich auch nur solche Fahrzeuge gezählt werden, die auch in den Papieren Cabrios sind, also nicht unbedingt solche, die nur ein riesiges Faltdach haben. Dennoch kommen da kaum noch 100.000 neue Fahrzeuge im Jahr zusammen.

Wie auch gegenüber anderen Klassen gültig, sind diverse Stammkunden in Richtung SUV abgewandert – das Wachstum, dass die Hersteller in dieser Klasse feiern, ist pure Umschichtung.

Designerisch sicherlich eigenwillig, aber klug gepreist und in sich ein stimmiger Kleinwagen
Designerisch sicherlich eigenwillig, aber klug gepreist und in sich ein stimmiger Kleinwagen

Da bleibt dann gerade für kleinere Hersteller wenig Raum für Experimente – speziell in Deutschland, wo einerseits ein guter Cabrio Markt herrscht, gleichermaßen aber klar ist, dass die Leute erst einmal den Golf kaufen, den es ja wieder als offene Version gibt – und erst dann schaut man sich mal bei den anderen Händlern um.

Absolute Ausnahme – und zwar zurecht – der Mazda MX-5, der sich in seiner eigenen Nische stabil aufgestellt hat und stetig gute Zahlen verbuchen kann. Uns zeigt das nur, dass konsequente Modellpflege auch bei Cabrios zum Ziel führt – einfach nur das Dach absägen ist da keine echte Strategie mehr, die Hersteller müssen ihre offenen Schätze pflegen und ikonisieren. Denn eines muss ja mal klar sein: Speziell in der kleinen Klasse ergibt sich ja eine bizarre Situation, denn gebraucht gehen diese Cabrios ungemein gut, haben kaum Standzeiten bei den Händlern, was ihre Preise stabil macht und Cabrio Fahren dann zu einer wirtschaftlich sinnvollen Alternative macht, auch wenn das aus der Ferne manchem ja unvernünftig erscheinen mag. Der geringere Wertverlust überkompensiert in dieser Klasse den Mehrpreis um ein Vielfaches, gerade bei längerfristigen Beziehungen.

Und da sind wir nur bei den sachlichen Argumenten 😉