Der erste Teil des Selbstversuchs – und vorweg: ein total gescheiterter – führt uns zum Smart Cabrio. Genau genommen sind das zwei Teile einer erstaunlich ähnlichen Geschichte Deja Vu.
Das waren die Regeln1500€

  • Maximal 1500€ in der Anschaffung
  • Ein dichtes Dach
  • mindestens 12 Monate TÜV
  • maximal 125.000KM auf der Uhr

Das erste Smart Cabrio steht für 1700 in einer lokalen Börse – ein bisserl verhandeln und wir könnten da ankommen, wo wir hin wollen, oder?

Die Bilder sehen vielversprechend aus, der Verkäufer klingt seriös – also: auf dahin!

Der Wagen befindet sich in einem gepflegten Wohngebiet, was ja nie ein Fehler ist. Der Smart hat 14 Monate TÜV und ein angeblich nahtloses Scheckheft.

Beim ersten Herumgehen fallen bisserl rostige Felgen auf, sonst erst mal nichts. Erst beim Einsteigen in den irgendwie unangenehm engen Wagen fällt die hintere Heckscheibe auf, die total erblindet ist und abweichend von der Beschreibung einen länglichen Riss aufweist. Hm.

smart_cabrio_1500€Beim Fahren des Benziners mit der grundsätzlich hässlichen Automatik stellt sich schnell heraus, dass die ohnehin nicht besondere Automatik unlogisch schaltet, ruppig schaltet und teilweise den Wagen zum Aufbäumen bringt. Der Smart hat einen winzigen Motor mit wenig Drehmoment – automatik ist da nix – dennoch: das kann manch ein Smart besser.

Auf dem Rückweg die Frage an den Verkäufer, wo der Smart immer steht. Der steht vor der Garage… Genau – da, wo man die diversen kleinen Flecken sieht… Das Smart Cabrio aus dem Baujahr 2000 nässt massiv am Motor. Die Radaufhängung vorn ist leicht schief, knackt beim Lenken und das Getriebe hat offensichtlich eine ziemliche Macke – daran ändert sich auch nichts, wenn der Wagen warm ist.

Ganz klar: den wollen wir nicht.

Immerhin muss man sagen, dass der Wagen sonst gepflegt ist und das Schiebedach sehr sauber läuft. Offen ist das Smart ja dann doch irgendwie cool, wenn man sich erst mal an das hässliche Motorengeräusch gewöhnt hat.

smart_cabrio_1500Smart Nummer 2 steht beim Händler für 1650 mit 19 Monaten TÜV. Kein Traumhändler, aber ein Händler, der Garantie gibt. Der Smart hat 122.000 drauf und bereits seit 16.000 Kilometern einen Austauschmotor. Dass auch der nicht ganz dicht ist, sieht ein Blinder. Warmfahren, 2 Minuten stehen lassen, plopp, plopp, plopp…. kommen die Tropfen hervor. Hier hat das Smart Cabrio ein echtes Problem und hat das auch schon immer gehabt. Ab einem gewissen Alter sagen das auch TÜV und Dekra. Ebenso bekannt: die Probleme an Lenkung und Achsen. Immerhin: nicht teuer zu beheben und auch bei diesem Smart ein fühlt und hörbares Problem beim Rangieren. Der Smart verkraftet das Auffahren auf Bordsteine schlecht, wird dieser Belastung aber im Stadtverkehr, für den ihn die meisten einsetzen, überproportional oft ausgesetzt.

Immerhin ist der Händler fair und zeigt uns das Smart Cabrio auch noch von unten – dort haben die Undichtigkeiten schon Spuren hinterlassen. Eine Motorwäsche ist das untere Minimum hier, um auf die Suche zu gehen – die Quelle der Undichtigkeit ist so nicht zu finden.

Die Automatik ist auch hier nicht brillant – besser ist sie allemal. Die Heckscheibe ist allerdings auch blind – das ist selbst bei einem so kleinen Auto wie dem Smart irgendwie eine Behinderung. Zumal: Da der Wagen keine Stoßstangen hat, hat Verschätzen beim Einparken hier schnell Folgen.

Das Dach ist top, wie eigentlich bei nahezu allen Smarts, die wir gesehen haben. Nicht übel. Dennoch: auch den wollen wir nicht. Im Grunde ist der uns auch einfach zu kompromissbehaftet – 4 Sitze oder zumindest ein Kofferraum – und eine irgendwie weniger schrullige Technik – das wär es schon eher.

Immerhin: Ersatzmotoren bekommt man mittlerweile für 400€ bei eBay – wenn was furchtbar undicht ist am Smart Cabrio, wird es also zumindest mal nicht so schlimm. Haben wollen wir es aber für 1500€ dann doch nicht.